„Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin

  • Autor: Chloe Benjamin
  • Sprecher: Wolfram Koch
  • Spieldauer: 13 Std. und 25 Min.
  • Ungekürztes Hörbuch
  • Erscheinungsdatum: 29.10.2018
  • Sprache: Deutsch
  • Anbieter: Der Hörverlag

Wie würdest du leben, wenn du wüsstest, an welchem Tag du stirbst? Sommer 1969: Wie ein Lauffeuer spricht sich in der New Yorker Lower East Side herum, dass eine Wahrsagerin im Viertel eingetroffen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Neugierig machen sich die vier Geschwister Gold auf den Weg. Nichtsahnend, dass dieses Wissen für jeden von ihnen auf unterschiedliche Weise zum Verhängnis wird. Simon, den Jüngsten, zieht es Anfang der 1980-er Jahre nach San Francisco, wo er nach Liebe sucht und alle Vorsicht über Bord wirft. Klara, verwundbar und träumerisch, wird als Zauberkünstlerin zur Grenzgängerin zwischen Realität und Illusion. Daniel findet nach 9/11 Sicherheit als Arzt bei der Army. Varya wiederum widmet sich der Altersforschung und lotet die Grenzen des Lebens aus. Doch um welchen Preis?

Mach etwas aus deinem Leben, sei wie du bist, besiege deine Ängste und lass dich nicht beeinflussen von anderen, sind die Kernaussagen der Geschichte und werden dem Leser in quasi fünf übergeordneten Abschnitten vermittelt.

Der Sprecher macht seine Sache unauffällig gut und so begleitete man im ersten Teil die vier Geschwister Gold an einem heißen Tag zu einer Wahrsagerin und diese sagt ihnen ihren Todestag voraus. Davon mehr oder weniger geschockt machen sie sich auf den Weg zurück und leben ihre Leben, die sich manchmal mehr und manchmal weniger kreuzen. 

In den folgenden Abschnitten begleitet man zuerst den jüngsten Spross der Familie, der begleitet von seiner Schwester nach Kalifornien zieht um sich aus den Fesseln seiner Umgebung zu befreien. Man erfährt hier zudem einiges über den Ausbruch und den Beginn einer inzwischen zumindest behandelbaren Krankheit. Natürlich erfüllt sich die Prophezeiung und so nimmt die Geschichte weiter ihren Lauf.

Im zweiten Teil begibt man sich mit der jüngeren der beiden Schwestern auf eine Tour durch das Leben einer Magierin die sich bis in den Olymp der Showkünstler, nach Las Vegas, kämpft um dann doch alles in Frage zu stellen.

Anschließend folgen in den letzten beiden Abschnitten die beiden übrigen Geschwister, einem Arzt der mit seiner Zivilcourage und der Verantwortung für die Familie kämpft und einer Altersforscherin die mit ihren Zwängen und einer früheren Entscheidung ringt. 

Die Geschichte fällt meiner Meinung nach von Person zu Person etwas ab und wird zunehmend abstruser. Ein Hauch von Wahnsinn und der Begriff der selbst erfüllenden Prophezeiung schleicht sich merkbar in die Geschichte und beeinflusst die Handlungsweise der Beteiligten spürbar. Die „was wäre wenn“ Situationen häufen sich und man beginnt teilweise für sich selbst gewisse Teilaspekte des eigenen Lebens zu hinterfragen. 

Oft ist es so eine Sache mit Büchern. Viele finden eine Geschichte außergewöhnlich, finden den Ausdruck und den Klang der Wörter ansprechend, bei anderen bringt der Autor oder die Autorin eine spezielle Saite zum klingen die lange nachhallt. Dieses Buch hat durchaus das Potential für so manchen zu einem Lieblingsbuch zu werden. Es berührt Menschen die in ihrem Leben schon so manchen Schlag hinnehmen mussten, jene die an Vorherbestimmung glauben und so manchen, der sich mit der Frage nach dem Warum und dem Danach beschäftigt. Das Buch ist trotz der Thematik lebensbejahend.

Es ist eines der Bücher die etwas in seinem Leser ändern. Nicht viel. Vergleichbar mit der Beobachtung eines schönen Schmetterlings oder dem Gefühl beim Betrachten einer am blauen Himmel ziehenden Wolke. Nichts das man eindeutig festmachen könnte und doch bewirken all diese kleinen Dinge in Summe eine Veränderung. 

 

Ich wollte die Geschichte ursprünglich eigentlich neutral bewerten und anmerken, dass trotz einer sehr guten (und selten anzutreffenden) Thematik mehr herauszuholen gewesen wäre, dass es ein grundsätzlich gutes Buch aber eben kein spektakuläres war, merke aber beim Verfassen dieser Zeilen, dass mehr von der Geschichte zurückblieb als ursprünglich gedacht.

Und geht es nicht genau darum? Ist es nicht genau das, was eine gute Geschichte ausmacht? Diese kleinen Funken die zurückbleiben und uns nachhaltig verändern?

Dieses Buch berührt etwas in Menschen auch wenn es stellenweise langatmig wirkt, vermag die Geschichte in ihrer Schlichtheit doch in Erinnerung zu verbleiben und macht sie daher in meinen Augen zu einer guten Erzählung, die in ihrer auf den ersten Blick vorherrschenden Verbitterung doch ja zum Leben sagt.

Eine Empfehlung für all jene die zur Abwechslung etwas ruhigeres suchen, dass zum denken und fühlen anregt, nicht spektakulär ist aber nachhallt.

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