„Dreizehn 1 / Das Tagebuch“ von Carl Wilckens

  • Autor: Carl Wilckens
  • Sprecher: Marco Sven Reinbold
  • Serie: Dreizehn, Titel 1
  • Spieldauer: 8 Std. und 9 Min.
  • Ungekürztes Hörbuch
  • Erscheinungsdatum: 31.08.2018
  • Sprache: Deutsch
  • Anbieter: Ronin – Hörverlag

Godric End, Symbolfigur des Bürgerkriegs in Dustrien, ist in Gefangenschaft geraten. Für eine Zigarette pro Tag erzählt er den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte: „Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete. Meine Jugend verbrachte ich im Rumpf der Swimming Island, fern vom Sonnenlicht. Erbarmungslose Piraten waren meine Familie. Hunger war mein einziger Freund. Worte wie Vertrauen oder Hoffnung bedeuten mir nichts. Das Leben eines Menschen ist für mich nicht mehr wert als das einer Ratte. Ich bin mehr Bestie denn Mann und ich giere nach einer Droge namens Perl. Trotzdem nennt man mich einen Helden. Einen Freiheitskämpfer.

Aber die Wahrheit über mich ist ein scheues und manchmal hässliches Tier. Ihr glaubt, die Magie sei ein Mythos. Aber es gibt noch Alchemisten an den verborgenen Orten dieser Welt. Und ihr ahnt nicht, welche Gefahr hinter den Spiegeln lauert. Ihr habt vermutlich nicht einmal bemerkt, dass die Sterne am Himmel einfach verschwinden. Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit als Auftragsmörder und von meiner ersten Liebe. Vom Tagebuch, mit dem alles begann. Von der Suche nach meiner Schwester und dem Untergang der Welt.“ Düster, abenteuerlich und unglaublich fesselnd.

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Der Ronin-Hörverlag fällt mir immer häufiger als Produzent von guten Hörbüchern auf . Die Titelauswahl trifft in letzter Zeit sehr häufig meinen Geschmack und zu bereits in Papierform erfolgreichen Bestsellern gesellen sich immer wieder interessante Perlen. Viele meiner späteren Lieblingsgeschichten fanden durch diesen Verlag den Weg in meine Ohren. Reihen wie die sehr gute „Red Rising“ Saga welche vom Aufstand einer Kaste in einem Sonnensystem umfassenden Netzwerk handelt, die gefühlvolle aber auch spannende dystopische Ballade „Oryx und Crake“ oder die unterhaltsame Fantasy Reihe „Gentleman Bastard“ rund um ihren sympathischen Protagonisten Locke Lamora. Auch das von mir erst rezensierte „Kinder der Zeit“ wurde vom Ronin-Verlag vertont und viele weitere Leckerbissen finden sich bei diesem Verlag.

Das hier besprochene Buch, ist ein, meiner Meinung nach, sehr spezielles und auf seine Art außergewöhnliches.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und Marco Sven Reinbold macht seinen Job als Leser wieder hervorragend und empfiehlt sich weiter für die nächsten Projekte. (bereits bei Red Rising gefiel mir seine Art zu lesen sehr gut)

Zum Buch selbst ist es eingangs sehr schwierig die Geschichte in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Viele Elemente unterschiedlicher Richtungen vermischen sich. Fantasy mit etwas Magie, Dystopie, Zukunft vermischt mit Elementen aus der Vergangenheit prallen hier munter aufeinander.
Am ehesten könnte man dieses Werk wohl der Richtung des Steam Punk zuordnen. Dessen Definition an sich ja auch nicht so leicht zu beschreiben ist. Nach meinem Verständnis erhält man mit einer Steam Punk Geschichte eine abenteuerliche Reise durch ein altertümliches (meist viktorianisches) Setting mit teilweise moderner oder fremdartiger Technik und einer manchmal mehr und manchmal weniger großen Prise fantastischer Begebenheiten.

Und genau darum handelt es sich auch bei dieser Geschichte die zudem auch den ein oder anderen Gewaltexzess nicht scheut.

Wir begleiten einerseits den Protagonisten Godric End, in einer von ihm selbst erzählten Rückblende, von Kind an auf seinem steinigen, brutalen und von Drogen gezeichneten Weg ins Erwachsenenalter. Die Geschichte spielt hierbei überwiegend auf einem dystopischen, riesengroßen Schiff mit allerhand Abstrusitäten und Gewalt. Parallel zu diesem Handlungsstrang erfährt man ab einem späteren Zeitpunkt in Form eines Tagebuchs Einzelheiten über eine zweite Person die sich gegen einen Magier im Voodoo Priester Stil zur Wehr setzen muss.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind ausnehmend gut verflochten und lassen den Hörer/Leser mit großer Neugier auf das noch kommende warten. (was auch der Tatsache geschuldet ist, dass dieser Band sehr abrupt endet)

Das Setting ist sehr faszinierend und mir bisher so nicht untergekommen. Das düstere Schiff auf dem der Großteil der Geschichte spielt stellt eine Kombination aus klassischem Piratenschiff und technisch doch weiterentwickelndem Schiff dar. Die Ausmasse gleichen einer Stadt und die Crew einem Irrenhaus.
Die im Tagebuch-Teil geschilderte Umgebung ist dagegen sehr viktorianisch angehaucht und von dezenter Magie umwoben. Immer weiter taucht man so in diese Welt ein und saugt sämtliche Infos wie ein Schwamm auf. Die Charaktere wirken gut durchdacht und vielschichtig was der Geschichte zusätzliche Tiefe gibt.

Ich hatte mir von dem Buch nichts erwartet und bekam eine Geschichte die mich überraschte, fesselte, faszinierte und bei der ich sehnsüchtig auf den zweiten Hörbuchteil warte.

Allen Freunden die etwas Außergewöhnliches abseits ausgetretener Pfade suchen und vor einer Kombination verschiedener Epochen und Ideen, dem Mix aus Technik, Magie und etwas Haudrauf nicht zurückschrecken, lege ich diese Geschichte sehr ans Herz.
Eine Geschichte die sich phasenweise liest als wäre man auf Speed.

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