„Der Report der Magd“ von Margaret Atwood

  • Autor: Margaret Atwood
  • Sprecher: Vera Teltz, Charles Rettinghaus
  • Spieldauer: 11 Std. und 59 Min.
  • Ungekürztes Hörbuch
  • Erscheinungsdatum: 10.10.2017
  • Sprache: Deutsch
  • Anbieter: HörbucHHamburg HHV GmbH

In einem fiktiven Staat in Nordamerika haben religiöse Fundamentalisten die totalitäre Republik Gilead errichtet. Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen nach biblischem Vorbild für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Können sie ihre Aufgabe nicht erfüllen, werden sie in entfernte Kolonien abgeschoben. Doch die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben… 

Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben, wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Margaret Atwood erhielt dafür zahlreiche Preise, Volker Schlöndorff verfilmte den Roman unter dem Titel „Die Geschichte der Dienerin“ und die Serie „The Handmaid’s Tale“ wurde 2017 mit mehreren Emmys ausgezeichnet.

Manche Bücher bringen dich zum Lachen, andere zum Nachdenken, man fühlt mit den Charakteren, durchlebt Freude, Angst und Trauer, bewundert Welten, entdeckt Neues und dann gibt es die emotionalen Bomben. Geschichten die dich packen und wie ein dunkler Strudel immer weiter in die Tiefe ziehen, einer Depression gleich. Bücher bei denen man  sich nach der letzten Seite an die Oberfläche kämpft und dann kräftig nach Luft schnappt. Bei denen man mit dem Buch in der Hand noch eine Zeit erstarrt sitzen bleibt und überlegt was verdammt da jetzt gerade passiert ist. Geschichten nach denen man sich krampfhaft an die positiven Seiten des Lebens klammert weil es so viel schlechter sein könnte. Aber auch Bücher die zeigen was immer über uns allen schwebt, wozu der Mensch fähig ist wenn er aus der Komfortzone getreten wird, im positiven wie im negativen.

Ich habe schon viele Bücher gelesen und gehört aber es gab bisher nur drei Bücher auf die oben Beschriebenes bei mir zutraf, die mich wie kein anderes aufrüttelten und sich in meine Erinnerung brannten.
Hierzu zählen „Die Straße“ von  Cormac McCarthy, „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque und das hier aufgeführte „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood.

Alle drei vereint eine unaufgeregte Art der Erzählung.

Im „Report der Magd“ begleiten wir in schlichter, eleganter Sprache die Protagonistin in ihrer trostlosen Welt. Die Geschichte fesselt in ihrer brutalen Schlichtheit und die Leserin macht ihren Job hervorragend und verstärkt die bereits dichte Atmosphäre noch zusätzlich.
Gesellschaftlich grundsätzlich immer aktuell behandelt der Roman die Rechte der Frauen in einer Zukunft in der sie keine Rechte haben und Schwangerschaft das höchste Ziel einer von Männern dominierten Gesellschaft ist, die sich durch eine atomare Katastrophe neu orientierte. Viele Szenen und auch die Rückblenden zeigen wie schnell es gehen kann, dass aus einer vormals „normalen“ Gesellschaft etwas derartig abstruses entstehen kann. Aussichtslos, grausam, erschütternd wird uns hier in einer schlichten und dadurch absolut realistischen Art eine Dystopie präsentiert die ihresgleichen sucht. 

Ein Buch das in Erinnerung bleibt. Absolute Empfehlung.

Sehr zu empfehlen ist zudem die Dystopie-Reihe „Die MaddAddam Trilogie“ die ebenfalls von Margaret Atwood geschrieben wurde.

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